2026 ist Digital Signage im Retail kein isoliertes Tool mehr, sondern ein strategischer Bestandteil davon, wie sich Marken physisch manifestieren. Die Welt wird kleiner, doch die Erwartungen der Kunden werden größer – vor allem wenn es um Markenerlebnisse geht. Konsumenten erkennen Marken weltweit – und erwarten diese Wiedererkennbarkeit auch in ihrer lokalen Einkaufsstraße.

Für mich ist dieser Wandel kein Zufall. Marken agieren zunehmend international und suchen nach Einheitlichkeit über alle Touchpoints hinweg, ohne dabei ihre lokale Relevanz zu verlieren. Das erfordert einen neuen Blick auf Digital Signage: nicht als Sammlung einzelner Screens nach Ländern oder Standorten, sondern als ein zusammenhängendes Netzwerk, das global ausgerollt, gesteuert und optimiert werden kann.

Von Ownership zur Experience

Der gesellschaftliche Wandel ist eindeutig. Kaufen tritt zugunsten von Erleben in den Hintergrund. Der Kauf findet oft online statt – doch beim Besuch eines Stores erwarten Kundinnen und Kunden mehr als nur ein Produkt. Es geht darum, ein Erlebnis zu teilen – bewusst verbrachte Zeit. Freizeit ist knapp und wertvoll geworden, und genau deshalb zieht es Menschen an Orte, die ihnen etwas bedeuten.

Dieser Trend ist weltweit sichtbar. Besonders in modernen Metropolen Asiens ist Retail seit Jahren erlebniszentriert geworden. Dort ist der Store nicht das Ziel, sondern der Anfang der Markengeschichte. Auch in Europa wird dieser Wandel zunehmend sichtbar. Retail, Hospitality, Freizeit und Office wachsen zusammen. Ein Store wird zum Treffpunkt, das Fitnessstudio zur Lifestyle-Marke.

Der Store als Markenerlebnis

In dieser neuen Landschaft übernimmt der physische Store eine neue Rolle. Er ist nicht mehr länger nur Ort für Transaktionen, sondern ein Umfeld, in dem Marken sich glaubwürdig und erlebbar positionieren können. Genau deshalb bleibt der stationäre Handel relevant – selbst wenn der Online-Umsatz weiter wächst. Eine starke physische Präsenz stärkt häufig sogar die Online-Performance in derselben Region. Viele der heutigen trendgetriebenen Marken zeigen das deutlich: Sie starten online, etwa über TikTok oder Instagram, und gehen anschließend in den stationären Handel.

Digital Signage spielt in diesem Wandel eine zunehmend zentrale Rolle. Nicht nur durch das Anzeigen von Informationen, sondern durch das Schaffen von Kontext und das Auslösen von Interaktion. Immersive LED-Lösungen ziehen Aufmerksamkeit auf sich, noch bevor jemand den Store betritt. Inhalte passen sich dem Moment an, der Saison, dem Umfeld. Bild und Ton wirken zusammen und erzeugen Energie statt Stille. Das Erlebnis beginnt draußen – und setzt sich nahtlos im Inneren fort.

Personalisierung jenseits des Online-Erlebnisses

Personalisierung ist online der Standard – im Store entwickelt sie sich. Doch Kundinnen und Kunden wollen dort nicht einfach einen Klon ihres Online-Erlebnisses. Der Mehrwert entsteht durch Unterschiedlichkeit. Zum Beispiel Inhalte, die auf lokale Warenbestände reagieren, auf Wetter, Tageszeit oder das aktuelle Publikum.

KI macht diese Form der Personalisierung skalierbar und wirtschaftlich, indem Prozesse automatisiert und Inhalte intelligenter ausgespielt werden. Der Überraschungseffekt liegt nicht in der Technologie selbst, sondern in der Relevanz, die sie bietet – zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Dort verankert sich Erlebnis und entfaltet Digital Signage seinen echten Wert.

Wirkung entsteht nur dann, wenn das Erlebnis an erster Stelle steht

Kreativität in intelligenten Workflows

Für Content-Teams – wie das Inhouse Creative Studio von First Impression – ist das eine positive Entwicklung. KI und Automatisierung sorgen für Geschwindigkeit und Einheitlichkeit und schaffen gleichzeitig Raum für Kreativität und lokale Nuancen. Eine Markengeschichte, global wiedererkennbar, mit ausreichend Flexibilität, um sich mit Kultur und Kontext jedes Marktes zu verbinden.

Technologie mit echter Wirkung

Auf technischer Ebene verschiebt sich der Fokus. LED-Lösungen werden zunehmend zum Standard und ersetzen klassische Displays immer häufiger. Retail Media wächst weiter und erreicht eine neue Reifephase – mit den Niederlanden als einem der Vorreiter in Einführung und Anwendung.

Was aus meiner Sicht noch zu wenig Beachtung findet – aber wichtig ist – ist Audio. Die Verbindung von Bild und Ton bestimmt die Atmosphäre und Energie. Und der Investitionsaufwand für Audio ist vergleichsweise gering.

An Bedeutung verlieren hingegen Lösungen, die versuchen, das physische Erlebnis durch eine digitale Kopie zu ersetzen. VR- oder vollständig virtuelle Store-Konzepte verfehlen oft genau das, was physischen Retail so stark macht: gemeinsames Erleben, Überraschungseffekte, Teil eines Raums zu sein, der sich lebendig anfühlt.

Ausblick auf 2026

Die Entwicklung setzt sich fort – aber mit mehr Tiefe. Digital Signage wird intelligenter, vorausschauender, persönlicher. Branchen wachsen weiter zusammen, und jeder physische Standort wird zur Chance, eine Markengeschichte zu erzählen, die über das Produkt hinausgeht.

Bei First Impression liegt unser Fokus weiterhin darauf, Lösungen zu entwickeln, die global skalieren und lokal stimmig und relevant sind. Datengetrieben, wo nötig. Designorientiert, wo möglich. Denn ob ein Standort oder tausend: Wirkung entsteht nur dann, wenn das Erlebnis an erster Stelle steht.